Pilze und die Welt der Allergien

Die Erscheinungsformen und Wirkungen von Pilzen sind eindrucksvoll vielfältig. Wer im Wald Pilze sammelt, weiß um die Ausbreitung im Erdboden, weil dann kolonieartig die Pilze aus dem Boden wachsen. Die Sporen sind staubfein und befinden sich praktisch überall – unterwegs zu günstigen Wachstumsbedingungen.

biotechnologie.de: "Insgesamt kennen wir heute über 100.000 Arten von Pilzen", erläutert Janine Fröhlich, Wissenschaftlerin in der Geocycles-Arbeitsgruppe. "Hochrechnungen gehen aber davon aus, dass es über 1,5 Millionen Arten gibt." Die in der Luft gefundenen Arten gehören überwiegend zu den Gruppen der Schlauch- oder der Ständerpilze, zu deren Vertretern sowohl beliebte Speisepilze wie Champignons oder Trüffel, aber auch potentielle Krankheitserreger wie Schimmel- und Rostpilze zählen. Beide Gruppen schleudern zur Vermehrung ihre Sporen aktiv in die Luft. Und wenn sie in die Lunge von Mensch oder Tier gelangen oder in Kontakt mit Pflanzen kommen, können viele von ihnen Allergien oder Krankheiten auslösen.

Achtsamkeit ist erforderlich beim Lagern von Lebensmitteln. Vor Jahren geriet zum Beispiel aus dem feuchten Amazonas nach Europa geliefertes Guaranapulver in Verruf, weil viele Menschen nach dem Genuß dieser koffeinhaltigen Nuß erkrankten, die keine Allergiker waren und auch sonst nicht unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten litten. Schließlich wurde die Ursache öffentlich, wird aber heute noch von Wikipedia-Autoren boshaft verschwiegen und von Händlern, die Billig-Guarana vertreiben, mit dem Mantel des Ignorierens umhüllt.

Das Pulver der Guaraná-Nuss ist hygroskopisch. Sporen sind allgegenwärtig, besonders aber in der feuchten Luft beim Transport im Amazonas-Dschungel und auf Schiffen. Guaranápulver, das nicht luftdicht transportiert wird und oft gemahlene Nussschalen enthält, um höhere Mengen zu erhalten, muss bei Temperaturen von über 40 Grad Celsius maschinell getrocknet werden. Dabei werden die wertvollen Enzyme zerstört, die nur bis 42 Grad Celsius lebensfähig sind. Sporen haften hauptsächlich an den Nussschalen und überleben die Erhitzung. Sie bleiben keimfähig und können Botulismus hervorrufen, was Guaraná in Europa in Verruf gebracht hat. Brasilianer kennen für ihr Volksgetränk solche Probleme nicht, weil lange Lagerzeiten und Transportwege entfallen.

Hans Kolpak
Für ein allergiefreies Leben

Foto Quelle pellaea