
Der Versuch, im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie, Farben durch blind Geborene beschreiben zu lassen, muß scheitern. Schon die Aufgabenstellung ist absurd und gibt den Gegenstand der Untersuchung der Lächerlichkeit preis. Hinzu kommt die Fähigkeit intelligenter Menschen, auf dumme Weise die eigene Wahrnehmung zu begrenzen, um erwünschte Ergebnisse zu erzielen, die ins eigene Weltbild passen.
Folgerichtig zitiert FOCUS das umweltbundesamt korrekt: "Umweltmedizinische Patienten haben nicht selten ein kritisches Verhältnis zur Psychodiagnostik, zu psychosomatischen Deutungsversuchen ihrer Beschwerden und gegenüber psychotherapeutischen Angeboten." Der Versuch durch Mediziner, eine multiple Chemikalienempfindlichkeit als psychosomatische Störung zu bewerten, muß einen MCS-Patienten auf Dauer aggressiv und mutlos gleichzeitig machen – er weiß besser, was er täglich erlebt. Und genau diese Reaktion wird als Beweis für die Richtigkeit einer tatsächlich falschen Diagnose angesehen.
Warum schießt ein Mann in das hohe Gras auf einem Nachbargrundstück? Vermutet er dort einen Koyoten? Schleicht sich vielleicht ein Einbrecher an? Ist es eine Überlebensfrage, zuerst zu schießen und dann zu fragen? Wenn jemand wie Kelly Peet Fotos schießt, wird halt mit Blei zurückgeschossen! So geschah es am 4. April 2009.
Und weil diese Frau gleichzeitig MCS-Patientin ist, wurde während ihres Krankenhausaufenthaltes besonders deutlich, welchen Herausforderungen diese Menschen begegnen. Wenn Sie Englisch verstehen, dann empfehle ich Ihnen, diese Geschichte zu lesen. Das Nebeneinander von extremen Absurditäten und unglaublichen Wundern sind ein filmreifer Stoff, um ahnungslosen Menschen die Problematik von multipler Chemikalien Sensitivität nahezubringen.
Hans Kolpak
für ein allergiefreies Leben
