Die Symptome der Kälteallergie – wenn die Haut bei Kälte verrückt spielt
abgelegt im Archiv ganz andere Allergien am 28.12.09

© jiparkerOft frieren Menschen sehr schnell, dann bezeichnet man sie als Frostbeule und fragt scherzhaft, ob sie vielleicht eine Kälteallergie haben. Dabei ist das für viele Menschen gar nicht so lustig, denn sie leiden wirklich unter dieser Kälteallergie. Diese auch als Kälteurtikaria bezeichnete Allergie ist eigentlich keine echte allergische Reaktion, also keine Antigen-Antikörper-Reaktion im klassischen Sinne, sondern wird eher zu den so genannten Pseudoallergien gezählt, also zu den physikalisch ausgelösten Allergien. Bei dieser Kälteurtikaria wird eine Auslösung durch den Kontakt zu kalten Gegenständen oder auch mit kaltem Wasser, oder sogar durch kalten Wind hervorgerufen. Dann wird Histamin freigesetzt und zwar genau an der Stelle, an der der Kontakt stattfand. Bereits innerhalb weniger Minuten kommt es dann zu einem Brennen und Jucken mit einhergehender Rötung der Hautstelle, die dann die Symptome der Kälteallergie darstellen.
Vom Gefühl her ist das zu vergleichen mit dem Effekt, den Brennnesseln auf der Haut hinterlassen. Meistens sind diese Stellen relativ klein und begrenzt und daher nicht sonderlich gefährlich. Kritisch wird es, wenn größere Körperareale dem Reiz ausgesetzt werden, beispielsweise bei einem Sprung in das kalte Wasser. Dann wird eine große Menge an Histamin freigesetzt, die durch das Blut auch in andere Körperregionen gelangt. Als Folge können dann Blutdruckabfall, Atemnot, stechende Kopfschmerzen oder auch ein Kreislaufschock auftreten. Im schlimmsten Fall kann dies sogar tödlich sein. Die Kälteallergie wird vom Hautarzt oder Allergologen durch einen simplen Eiswürfel-Test festgestellt. Dafür legt man einfach mehrere Eiswürfel auf den Unterarm und entfernt sie zu unterschiedlichen Zeiten. Treten dann die typischen Hauterscheinungen auf ist die Diagnose klar. Natürlich sollten Kälteallergiker tunlichst die Kälte meiden. Dies ist aber nicht immer möglich. Oft verschwinden die Symptome auch ohne Medikamente wieder, aber wenn die Beschwerden anhalten, dann sollte man über eine medikamentöse Behandlung mit dem Arzt sprechen. Da diese Nesselsucht durch eine Histaminausschüttung hervorgerufen wird, gibt es Möglichkeiten, diese Ausschüttung mittels Medikamenten wie Antihistaminika zu stoppen. Da aber nicht immer eine Behandlung mit einem Antihistaminika erfolgreich ist liegt die Vermutung nahe, dass nicht alle Quaddeln bei dieser Kälteurtikaria durch Histamin hervorgerufen werden. Da bei Studien gute Effekte mit Antibiotika erzielt wurden steht die Vermutung im Raum, dass auch Infektionen als Auslöser für die Kälteallergie in Frage kommen. Leider gibt es noch keine weiteren Erkenntnisse über die Auslösungsmechanismen, aber vielleicht weiß die Wissenschaft bald mehr.

© jiparker
Tags: Symptome der Kälteallergie, Medikamente wie Antihistaminika, Quaddeln, Nesselsucht, Histamin, Kälteurtikaria
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