Die Allergie - eine körperliche Panikattacke?

Der Körper schaltet auf volle Abwehr. Das Immunsystem arbeitet wie sonst nur bei einem bakteriellen (oder auch viralen) Großangriff. Alles ist in Alarmbereitschaft – und wozu? Eigentlich passiert ja gar nichts! Eine kleine Birkenpolle hat sich am Weg zu seinem Weibchen verflogen und ist in eine Nasenschleimhaut geraten.

Eine Allergie kann man also fast eine körperliche Panikreaktion nennen. Vergleichbar mit einer Panikattacke. Und tatsächlich: Allergiker haben ein wesentlich höheres Risiko, an einer Panikstörung zu erkranken. Hängen diese beiden Vorkommnisse zusammen? Was meinen Sie? Dass starke Gefühle eine Allergie beeinflussen können, darüber streitet man ja noch. Aber es gibt schon viele Befürworter.

Bei vielen Panikpatienten gibt es wiederum eine Allergie (weit über die Hälfte). Der Zusammenhang ist der Wissenschaft noch nicht klar. Aber warum nicht schon einmal vorgreifen? Bei Panikattacken stabilisiert der Therapeut. Er gibt Sicherheit und lehrt freundlichkeit und Rücksicht den eigenen Schwächen gegenüber. Sollte das auch direkt in der Allergie-Behandlung helfen? So leicht ist das bestimmt nicht, denke ich mir. Aber ein liebevoller Umgang mit sich selbst und der Umwelt hilft ganz bestimmt bei der Genesung – und zwar bei jeder Krankheit!

Quelle: Ärzteblatt