
Die Artenvielfalt in Deutschland wächst – und das erstaunlich schnell. Bis zu 2000 neue Tier- und Pflanzenarten soll es mittlerweile im Bundesgebiet schon geben. Die Gründe: Klimaerwärmung einerseits, weite Reisen andererseits und last but not least: unbequeme Haustiere.
Es gibt immer wärmere Winter. Dadurch können Arten hier überleben, die das sonst nicht gekonnt hätten. Beispiel: Nilgänse lassen es sich in heimischen Gewässern mittlerweile schon (fast) so gut gehen wie in ihren Heimatländern.
Von weiten Reisen bringen Leute oft mehr als nur gepäck mit. Nein – ich meine jetzt nicht die Tropenkrankheit oder Montezumas Rache. Auf Frachtern etwa ist massenhaft Platz für Kleingetier und nicht ganz so kleines Getier. Dieses reist versteckt durch die ganze Welt, um dann in einem unbekannten Hafen an Land zu gehen. Und sich dort gleich heimisch zu machen, wenn die Umstände auch nur halbwegs passen. Aber auch Einzelreisende können das: So ist etwa der Ableger, den man aus dem Urlaubsland mitgehen lässt, um ihn im heimischen Garten auszusetzen, eine potenziell neue Art auch in der Umgebung.
Haustiere sind süß – aber oft nur für wenige Wochen. Außerdem neigen sie manchmal dazu, auszukommen. Daher sind heimische Parkanlagen neben Tauben auch immer mehr von Wellensittichen und Papageien bewohnt. Schildkröten lieben eher die unteren und feuchteren Gefilde. Gut gehen tut es ihnen aber auch.
Die Neuen leben sich mehr oder weniger gut ein. Gefährlich können vor allem diejenigen werden, die sich richtig gut einleben. Denn die können ansässige Arten vertreiben. Gefährlich sind auch die, die uns neue Allergene bringen. Ambrosia zum Beispiel. Sie macht sich gerade in Deutschland breit und verstreut fleißig ihren hochallergenen Pollen. Das wärmere Klima macht's möglich.
Quelle:
gesundheit.de
