C - Cortison: Himmel oder Hölle?

So schnell wird heute nicht mehr Cortison verschrieben. Manche Patienten haben regelrechte Panik davor, dieses Mittel anwenden zu müssen. Sei es nun auf ihrer Haut oder innerlich. Andere wiederum schwören darauf "nichts anderen hat je mehr geholfen". Was hat hier seine Berechtigung?

Cortison ist erste einmal chemisch verwandt mit Cortisol. Dies ist ein Hormon, das in unserem Körper hergestellt wird. Ohne das wären wir nicht lebensfähig. Und ganz objektiv kann man sagen, dass die Einführung von Cortison die Medizin wohl annähernd so stark revolutioniert hat wie damals die Antibiotika. Cortison ist dabei für seine entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt (neben vielen anderen).

Warum wird es dann so verteufelt? Naja, so seine Tücken hat das Cortison schon. Vor allem, wenn es in höheren Dosen und über längere Zeiträume angewendet wird. So sorgt es in Tabletten- oder Spritzenform (über längere Zeit und in höheren Dosen angewendet) dafür, dass wir mehr Fett einlagern. Die Haut kann dünner werden, die Muskeln schwächer, die Knochen anfälliger.

Auch bei der Anwendung auf der Haut kann Cortison in den Körper gelangen (indem es durch die Haut aufgenommen wird). Dort kann es ebenso zu Nebenwirkungen kommen. Auch hier gilt: Nebenwirkungen gibt es vor allem bei höheren Dosen und langer Anwendung.

Vergessen Sie aber trotzdem nie: Wenn Ihnen Ihr Arzt Cortison verordnet, hat er gute Gründe dafür. Schrecken Sie nicht davor zurück, sich über Alternativmethoden zu informieren und diese mit Ihrem Arzt zu besprechen. Setzen Sie aber vor allem bei schweren Erkrankungen Ihre Medikamente auf keinen Fall ab, ohne das mit Ihrem Arzt besprochen zu haben. Das gilt übrigens nicht nur für Cortison.

Quelle: Allergologie